Integration EU-Kinder

Vorschulische Beratung und Förderung für nicht deutschsprachige Kinder unter 6. Jahren

 

In den letzten zwei Jahren ist eine große Anzahl von nicht deutschsprachigen Kindern unter 6. Jahren zu uns nach Deutschland gekommen. Während für Kriegsflüchtlinge Programme aufgelegt wurden, um eine schnelle Integration zu erreichen, fallen die Neu EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien unter kein Integrationsprogramm. Dabei sind diese Mitbürger vom Sprachkenntnisstand her sicherlich mit den Flüchtlingen vergleichbar. In den jeweiligen Kulturkreisen ist die deutsche Sprache zum überwiegenden Teil unbekannt. Auch das in Deutschland vorherrschende Sozialverhalten ist mit dem Sozialverhalten der beschriebenen Bevölkerungsgruppen nicht vergleichbar.

Um ein geordnetes Zusammenleben in Deutschland auf Dauer zu gewährleisten, ist eine gezielte Förderung von Erwachsenen und Kindern elementar wichtig.

Während einige Erwachsene durch den Integrationpoint des Job-Center Hagen geschult und gefördert werden, bleiben die Kinder unter 6 Jahren zum größten Teil auf der Strecke. Ihr Spracherwerb hängt vom Wohlwollen der Eltern ab, ob sie ihre Kinder in eine Kita oder ähnliche Einrichtung bringen. Denn nur hier haben sie die Möglichkeit die deutsche Sprache zu erlernen. Die in der Regel nicht deutschsprachigen Eltern können nicht zum Spracherwerb der Kinder beitragen.

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass hier staatliche Hilfe angeboten werden kann.

 §36 Schulgesetz NRW bietet hier eine Hilfestellung.

(1) Der Schulträger lädt gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Tageseinrichtungen für Kinder und der Grundschulen die Eltern, deren Kinder in zwei Jahren eingeschult werden zu einer Informationsveranstaltung ein, in der die Eltern über Fördermöglichkeiten im Elementarbereich und Primarbereich insbesondere auch über die Bedeutung kontinuierlich aufeinander aufbauender Bildungsprozesse beraten werden.

(2) Das Schulamt stellt zwei Jahre vor der Einschulung fest, ob die Sprachentwicklung der Kinder altersgemäß ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen. Die Feststellung nach Satz 1 gilt bei Kindern als erfüllt, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, in der die sprachliche Bildung nach Maßgabe der § 13c in Verbindung mit § 13b des Kinderbildungsgesetzes vom 30. Oktober 2007 (GV. NRW. S. 462) in der jeweils geltenden Fassung gewährleistet ist. Beherrscht ein Kind nach der Feststellung nach Satz 1 die deutsche Sprache nicht hinreichend und wird es nicht nachweislich in einer Tageseinrichtung für Kinder sprachlich gefördert, soll das Schulamt das Kind verpflichten, an einem vorschulischen Sprachförderkurs teilzunehmen. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass jedes Kind vom Beginn des Schulbesuchs an dem Unterricht folgen und sich daran beteiligen kann. Die Schulen sind verpflichtet, das Schulamt bei der Durchführung der Sprachstandsfeststellung zu unterstützen; hierbei ist auch eine Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen und der Jugendhilfe anzustreben.

(3) Bei der Anmeldung zur Grundschule stellt die Schule fest, ob die Kinder die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um im Unterricht mitarbeiten zu können. Die Schule soll Kinder ohne die erforderlichen Sprachkenntnisse zum Besuch eines vorschulischen Sprachförderkurses verpflichten, soweit sie nicht bereits in einer Tageseinrichtung für Kinder entsprechend gefördert werden. Absatz 2 Satz 4 gilt entsprechend.

Bei konsequenter Anwendung dieser Vorschrift, ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt zur Integration gemacht. Mit dem verpflichtenden Besuch der Vorbereitungsklassen für Kinder, die nicht einer Kita-Einrichtung angehören, wird neben dem Spracherwerb auch entsprechendes Sozialverhalten geschult. Beides, Spracherwerb und Sozialverhalten sind unabdingbare Voraussetzungen für gelungene Integration. Darauf gründen sich Chancen auf Ausbildung und Arbeitsplätze. Kinder sind das Kapital, um  dem demographischen Wandel erfolgreich zu begegnen.

Hagen Aktiv hat in der letzten Schulausschusssitzung am 20.09.2016 einen entsprechenden Antrag zu Vorschulklassen für nicht deutschsprachige Kinder unter 6 Jahren gemacht.

Der Antrag wurde zu weiteren Beratungen in den Jugendhilfeausschuss verwiesen. In den nächsten Tagen ist ein Gedankenaustausch mit der Fachabteilung Jugend und Soziales geplant.

 

 

Dieses Gespräch hat mittlerweile stattgefunden. Reinhard Goldbach von der Fachabteilung Jugend und Soziales und Fraktionsvize Michael Gronwald erörterten in dem sehr konstruktiven Gespräch die bereits bestehenden Angebote und Möglichkeiten der Stadtverwaltung. Nun soll es nach Beschluss des Schulausschusses zu weiteren Beratungen im Jugendhilfeausschuss kommen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Verein HAGEN AKTIV - Freie Wählergemeinschaft